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Sep/10

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Keine Nachverdichtung im Kollwitzkiez: ein Marthashof reicht!

 

Am 9.9.2010 stellte der Investor Bahr das Bauvorhaben Belforter Str./ Straßburger Str./ Metzer str. vor: gegen 19:30 aus Anlass der reguläre Ausschusssitzung im Haus 7, BVV-Saal im Bezirksamt Pankow von Berlin, 10400 Berlin, Fröbelstraße 17 .

Der ganze Auftritt  gestaltete sich für Herrn Rainer Bahr als ein komplettes , desaströses Fiasko: abgestraft durch Buhrufe, abgelehnt von den BVV-Sprechern, und abgekanzelt von klugen Mieterfragen.  Beobachter Von BIN-Berlin waren vor Ort, sprachen mit den Mietern und Vertretern der Bezirksverordnetenversammlung und möchten nachfolgendem Artikel nur hinzufügen, dass Herr Bahrs Auftritt auf jene wirkte wie die miserable Travestie eines Erweckungspredigers mit dem säkularem Inhalt seiner Heilsbotschaft:  „Stadtreparatur“  Der Auftritt | Prenzlberger Stimme

dieser Herr Bahr wird Im aktuellen „vor ort“ September 2010 S.4 interviewt, was bald hier zu lesen sein wird:http://mieterberatungpb.de/download.php vorab: Investor Rainer Bahr im „vor Ort“ Interview vielen Dank an Hartmut Seefeld weitere Hintergrundinformationen: Prenzlauer Berg: Im Kollwitzkiez sollen drei Wohnblöcke verschwinden – Berlin – Tagesspiegel Nebenan ist das „Palais KolleBelle“ entstanden, mit Eigentumswohnungen für frankophile Gutverdiener im klassischen Gründerzeitdekor.   Die hat der gleiche Eigentümer gebaut, der jetzt die Bastion schleifen will: Rainer Bahr, ehemaliger Grünen-Politiker. Er verteidigt sein Konzept als „sozialverträglich.“ 13.07.2010: Angst vorm »Untergang im Hinterhof« (Tageszeitung Neues Deutschland)

Luxus-Neubau in Prenzlauer Berg: Bauherr plant Kahlschlag – taz.de
Platz für Paläste | Prenzlberger Stimme
de.indymedia.org | Prenzlauer Berg: Einstürzende Altneubauten

Allgemeine Verunsicherung | Prenzlberger Stimme

Visualisierung Straßburger Straße 33-36, 10405 Berlin aktuelle Bebauung nur mit Earth-PlugIn kenntlich -siehe Bild

klaustrophobisch!

da soll es bald viel dichter werden!

Nachtrag – Veränderungssperre durch die BVV-Pankow vom 15.09.10:

Hier ist wohl noch nicht das letzte Wort gesprochen, denn der grüne und ach so sozial-verantwortliche Herr Bahr lässt nicht locker:  „Am Tag der Sitzung hatte econcept-Geschäftsührer Rainer Bahr, der die Debatte vom Zuschauertrakt des BVV-Saals verfolgte, den Bezirksverordneten in einem Brief mit juristischen Schritten gedroht, sollte die Veränderungssperre beschlossen werden.“ Quelle: Veränderungssperre für KolleBelle-Hinterland | Prenzlberger Stimme

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5 comments

  • Jürgen Falke. · 11. September 2010 um 19:18

    die Bebauung des Investors Rainer Bahr an der Straßburger Straße wird zu Recht kritisch gesehen. Gegen die Wohngebäude an der Straße selbst wird man aber kaum etwas unternehmen können, da diese sich in die Umgebung einfügen und damit nach §34 BauGB zu genehmigen sind.
    Anders ist es mit den Tiefgaragen, denen die Mehrzahl der Bäume zum Opfer fallen soll:
    Tiefgaragen und deren Ausfahrten sind in dieser Gegend keinesfalls ortstypisch. Sie fügen sich nicht nur gestalterisch nicht ein, sondern führen auch wegen dem zusätzlichen Ziel- und Quellverkehr zu einer beträchtlichen Belastung der Nachbarschaft. Und gerade dem Schutz der Nachbarschaft dient ja der §34.

  • fly · 20. September 2010 um 09:11

    Das mit den Tiefgaragen sehe ich anders. Diese sind erstens mittlerweile durchaus ortstypisch.
    Zweitens entsteht zusätzlicher Verkehr dadurch nicht. Er geht sogar zurück, da die Anwohner nicht mehr 5 Mal um den Block fahren müssen, bis sie einen Parkpklatz gefunden haben, sondern direkt in die Tiefgarage können.
    Im Übrigen finde ich nach Lektüre vieler Beiträge zu dem Thema das Projekt im Vergleich durchaus sozialverträglich.
    Erschüttert bin ich über die Reaktionen einiger Lokalpolitiker, die das Projekt in der BVV durch ihre vorherigen Beschlüsse ja erst möglich gemacht haben. Nun betreiben sie Wahlkampf und werden durch den zweifelhaften Beschluss der BVV zur Veränderungssperre das Projekt höchstens verzögern. Gleichzeitig wird dieser Populismus das ohnehin klamme Land Berlin noch viel Schadensersatz kosten, da die Sperre juristisch kaum haltbar ist.

  • EnzoAduro · 8. Oktober 2010 um 14:58

    Nachverdichtung ist für eine Stadt zu dieser Zeit Elementar!
    Wird es unterlassen so wird die Reurbanisierung – die schlichtweg stattfindet – dazu führen das Wohnraum im Stadtinneren unbezahlbar wird.

    Wenn die Nachfrage steigt, dann muss das Angebot mitsteigen, wenn die Preise nicht explodieren sollen.

    Übrigends Alt-Berlin (Berlin vor der Eingemeindungswelle mit dem Groß-Berlin Gesetz) welches den Heutigen Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und dem Ortsteil Prenzlauer Berg des Bezirks Pankow entspricht hatte in den 20ern 1,9 Millionen Einwohner. Heute sind es 700.000; Nachverdichtung ist also unsere Chance. Es gibt in Berlin so viele sinnlose Häuserlücken – Da können überall Menschen leben.

  • VERSTRAHLTER · 14. Oktober 2010 um 12:42

    ey, Enzo,
    super Idee wir brauchen mehr Nachverdichtung: wir verdoppeln einfach die Standard-Traufhöfe aud 44m – da können wir noch mehr gestapelte Villen, Marke Marthashof und anderer Ruinen gen Himmel stapeln. naja unten wirds etwas miefig, aber nehmen wir halt nur 4000 €/qm.und die verschatteten Mieter? regelt alles der Markt! An der Bernauer und am Mauerpark-Nord soll ja demnächst ähnliches fällig werden. oder noch bessere Lösung: schaumal auf meine website!

  • Author comment by joergschleicher · 3. November 2010 um 15:32

    http://www.mieterecho.de/mieterecho/mepdf/me343heft.pdf
    im Mieterecho November 2010 „Seite 17/18) eine Arbeit der Rechtsanwältin Carola Handwerg, Rechtsberaterin der Berliner MieterGemeinschaft – Amfang und Ende des Textes Die Wohnungsverkaufspolitik frisst ihre Kinder hier:
    Wenn Wolfgang Thierse (SPD) „seinen“ Kiez besucht und dazu die Presse einlädt, Stefan Liebig (Die Linke), Direktkandidat im
    Bezirk, Solidaritätsbriefe verteilt und die Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung sich mit Eilanträgen überfordern, dann
    reibt man sich die Augen und fragt sich: „Ist schon wieder Wahlkampfzeit?“
    Prenzlauer Berg ist zum Paradebeispiel für Gentrifizierung geworden und eignet sich für Wahlkämpfer besonders gut, weil der
    rasche Bevölkerungswandel – mehr als 80% seit 1990 – noch keine festgefügten Wählerstrukturen hat entstehen lassen. Und
    Angebotsmieten, die mehr als 50% über dem Mietspiegel liegen, und eine Sanierungsquote von 60 bis 80% in den letzten 20
    Jahren werden auch in Zukunft zu einer hohen Fluktuation führen. SCHLUSS:
    Interessant dürfte sein, dass die Vertreter
    von SPD, Grünen und Linken die Pläne
    einhellig in ihren Stellungnahmen abgelehnt
    haben und damit über die Vorschläge des
    Bezirksamts im Aufstellungsbeschluss, der
    eine Blockrandbebauung nicht ausschließt,
    hinausgegangen sind.
    Damit war nicht unbedingt zu rechnen, denn
    Bahr präsentierte sich als ehemaliges aktives
    Mitglied der Grünen. Er versuchte, mit der
    Drohung, dass nach § 34 BauGB eine weitaus
    höhere Nachverdichtung möglich wäre, und
    mit angeblichen „Sozialplänen“ für die Mieter/
    innen Stimmung zu machen. Das ihm das
    nicht gelungen ist, ist hoffentlich nicht nur dem
    eingangs geschilderten vorgezogenen Wahlkampfauftakt
    der Parteien im Stadtteil Prenzlauer
    Berg zuzuschreiben.

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