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TAG | Gustav Lange

In der Januar-Ausgabe der “Prenzlberger Ansichten” finden wir auf Seite vier:
Nachruf
Am 10. Dezember verstarb der Künstler und Philosoph Michael Haufe im Alter von nur 48 Jahren. Ein Wespenstich in den Hals löste bei ihm am 1. September einen allergischen Schock aus und er fiel in ein Wachkoma, aus dem er nicht mehr aufwachte. Er war Teil der Künstler­gruppe „die be#ton#werker“ und hatte das Spiel „Skach“, eine Mischung aus Schach und Skat, erfunden. Er lebte und arbeitete in Prenzlauer Berg.

unter der Rubrik “Persönliches” finden wir auf dessen website IdeenMontagen.de:
Ebenso bin ich Mitglied im BürgerVerein GleimViertel, weil dieser mehrheitlich gegen die Bebauung des MauerParks ist – aus diesem Grunde empfinde ich auch Sympathie für die Stiftung WeltBürgerPark, wie auch für BIN Berlin und für viele andere BürgerInitativen, welche sich gegen den herrschenden ZeitGeist und die BauLobbys engagieren, weil sogenannte ‘Investoren’ sich zunehmend den öffentlich Raum (schlimmer als FeudalFuzzis) aneignen) . Ich versuche weiterhin meinen Beitrag durch freies, träumerisches Denken zu liefern, aus welchem hoffentlich zukunftsorientiere Konzepte entspringen

Es erscheint mir wichtig und richtig auf den verstorbenen Freund und Mitstreiter zu blicken, indem wir sein Vermächtnis in Form seiner Gedanken anschauen, zunächst zum unbebauten, Großen Mauerpark, unserem Welt-Bürger-Park.

Mir ist Michael Haufe erstmals durch seinen Kommentar vom 4.November 2010 zum Aufruf zur Diskussion” von Jutta und Rainer Stern “Ein zu hoher Preis – Für einen Mauerpark ohne Wenn und Aber aufgefallen, denen ich direkt nach Lektüre schrieb:
[…]in Eurem Forum finde ich die scheinbar utopische Idee des FriedWalds im Grünzug von dem mir unbekannten Michael Haufe faszinierend: Forum Mauerpark: Aufruf zur Diskussion | gleimviertel.de
wenn man sie mit der Idee Frank Möllers, Stichwort Demeter-Schule (“Grüne” in Mitte bekämpfen “große” grüne Lösung für den Mauerpark | HELMHOLTZPLATZ) in Zusammenschau sieht, die seinerzeit am 18.März im Grunde der Ursprung der Welt-Bürger-Park Idee war, ergibt sich eine visionäre urbane Perspektive […]
was da Professor Lange wohl dazu sagen würde…

wer ist der Zeitgenosse mit derartigen Visionen für den Mauerpark, der seine Ausführungen mit diesem Appell : ”Bitte verwerfen Sie diese Idee nicht zu schnell… denken Sie in Ruhe darüber nach, reden Sie mit den Eigentümern, den Investoren und den Menschen. Sie werden in ihrem Leben nicht so schnell wieder eine Gelegenheit finden, wirklich Sinnvolles und Schönes zu schaffen.” und einem Verweis auf Mont Klamott“ von Silly schließt?
Es fügte sich, dass man sich schon am selben Abend kennen lernte: beim Vortrag “MAUERFALL RELOADED – Bedingungsloses Grundeinkommen: ein Fall der Mauer in den Köpfen” den Ralph Boes auf Einladung des BürgerInitiativen-Netzwerks BIN-Berlin in der Freien Schule am Mauerpark hielt.
In der nachfolgenden Diskussion erwies sich Michael Haufe als engagierter Verfechter des BGE, zu dessen Idee er einen erstaunlichen eigenen Aspekt hinzufügte, das sogenannte DrittelPrinzip, Näheres dazu hier.
Unter dem Eindruck des “Sanktionshungerns” Ende 2012 veröffentlicht er den Aufruf “Ralph Boes hungert für uns alle!

Auch die letzte Begegnung fand im Zusammenhang der BürgerInitiativen statt: Eingeladen hatten Bürgerverein Gleimviertel und die Mauerpark-Stiftung Welt-Bürger-Park zum Bundestagskandidaten-Check am 21.August 2013 ins “Haus der Sinne”, moderiert von Heiner Funken. Auch da konnte ich diesen außergewöhnlichen Bürger der ehemaligen DDR, der sich selbst mit ”..nu schon im 2. System unangepasster WeltVerbesserer” charakterisiert als freundlich, zugewandt und um Andere besorgt erleben – von seiner nicht einfachen persönlichen Biographie, die er uns auf seiner Website schildert, ließ er nichts nach außen dringen.

Elf Tage später ereilte ihn dann am “Weltfriedenstag” das Schicksal als dritte/r Mauerpark-Kämpfer/in innerhalb weniger Wochen von einer Biene bzw. Wespe gestochen zu werden, für Michael Haufe allerdings mit tödlicher Konsequenz, die sich am “Tag der Menschenrechte” zeitigte.

Ein weiterer merk- und denk-würdiger Umstand ist, dass Michael Haufe, der dritte Tote im Jahr 2013 aus dem Kreis der Gründungsmitglieder der Künstlergruppe “Die Be#Ton#Werker, nach Stine Klang und Axel Philipp, ist. Den Nachruf, den Michael Haufe an die Lyrikerin Stine Klang richtete ist hier zu finden. Ein Photo, das beide zeigt, hier. Und hier eine schöne Photomontage doppelbödig untertitelt mit „…zwischen Himmel und Abgrund – wir ’spielen“‚, das den Skach-Erfinder mit seinem Kompagnon Bert Gerlach zeigt.

Heute vor einem Jahr am Erscheinungstag des Jahres 2013 erschien Michael Haufes “NEUJAHRSANSPRACHE (eine echte)” und verdichtete noch einmal seine WeltAnschauung. Vielleicht ist die Quintessenz davon die Aussage:
Jeder Mensch, der meint, es ließe sich sowieso nichts ändern, ist schlimmer als der Tod – denn selbst der Tod verändert das Leben.
Nur nebenbei: man könnte einmal versuchen, diese Neujahrsansprache synoptisch mit “Marthashof, die antisoziale Plastik” von der AnliegerInitiative AIM zu lesen, und sehen was erlebbar wird – nicht nur weil dieser Text ebenfalls am Epiphaniastag erschien, 2010 nämlich, um genau ein Jahr darauf vertieft zu werden.

Nun soll von hier Michael Haufe kein „Rest-In-Peace“ nachgerufen werden, vielleicht gekoppelt mit „der Kampf geht weiter”, denn wir wissen ja von Michaels Impuls:
Die be#ton#werker wollen Lyrik, Poesie und Menschlichkeit in die nächsten Jahrhunderte hineintragen.” – dieser Impuls endet nicht mit dem Erden-Ende, er kann nun in anderer Form wirken.
Auf in neue Debatten” geht es für uns, die vorläufig Überlebenden, durchaus, denn “Ob am Pankower Tor, im Mauerpark oder im Thälmannpark: die Art wie künftig gebaut oder städtebauliche Verantwortung neu gestaltet wird, entscheidet sich an diesen drei Brennpunkten.
Das kann uns in rechter Weise nur gelingen, wenn wir in der Mauerpark-Allianz, die ja seit dem 11.März 2013, dem zweiten Fukushima-Jahrestag, ihre Arbeit aufgenommen hat, das Vermächtnishafte in der Gesamtperspektive der IdeenMontagen ernst nehmen können, und SO wird sich auch entscheiden, ob der Mauerpark 2015 gegebenenfalls zu einer Pilgerstätte des zivilen Widerstands“ gegen das Beton-Projekt werden kann.

Es geht um nichts anderes als den „Versuch die Gegenwart aus der Perspektive der Zukunft zu beleuchten” wie es der radikale (?) Gegner der Mauerpark-Bebauung Michael Haufe am 18. Februar 2013 in seinem Kommentar, dem auch der Titel dieses Blog-Eintrags entliehen wurde, formuliert und mit dem hier geschlossen werden soll:

Der Wunsch, dass Alle, welche eine Bebauung des MauerParks ablehnen, letztlich an einem Strang ziehen – diesen Wunsch hege ich auch.
Allerdings ist Vertrauen verlorgen geagngen. Wir leben in einer Zeit, wo die (an sich verschuldete) Stadt bzw. die Öffentliche Hand gern InfraStrukturMaßnahhmen in Auftrag gibt; BauFirmen, LandschaftsGärtner, Architekten und nicht zuletzt noch dieser oder jener Gutachter sichern sich dadurch Arbeit und/oder Gewinne.
Aber Jede(r) weiß, eine einmal bebaute Fläche wird nicht wieder frei (es sei denn, durch LuftAngriffe). Deswegen ist es nicht ‘radikal… und auch keine ‘FundamentalKritik, wenn man jegliche Bebauung… und insbesondere die eines möglichen Parks… verhindern möchte. Grüne unbebaute Flächen erhöhen den WohnWert in einer Stadt, ich (als nachfolgende Generation) bin früheren Generationen dankbar, für jede unbebaute Lücke, in welcher etwas Natur wachsen konnte. Kaum etwas weiß ich so gewiß: Jede nachfolgende Generation wird uns verfluchen, wenn wir es zuließen, dass der MauerPark bebaut wird.
Diejenigen, welche eine TeilBebauung akzeptieren wollten, um Schlimmeres zu verhindern, wurden getäuscht… und sie werden für die Zukunft nicht ausschließen können, weiterhin getäuscht zu werden.
Schade und traurig ist es, dass die SPD diese idiotische = altmodische InfraStrukturPolitik betreibt. Der MauerPark wird deutschlandweit, wird europaweit, wird weltweit genutzt, geliebt und beobachtet. Wenn die SPD die Bebauung des MauerParks durchsetzt, dann wird sie langfristig ebenso ihre Wähler verlieren, wie damls durch die Hartz_IV_Gesetzgebung – und zwar zurecht! Allein daran kann man die Verhältnismäßigkeit sehen. Nur dafür, dass ein paar Hanseln ihre Geschäfte machen können, riskiert es diese große VolksPartei auf Jahrzehnte ihren Ruf als bürgernahe Partei endgültig zu verlieren. Ich glaube, selbst CDU_Urgestein Eberhard Diepgen würde den MauerPark nicht bebauen.
Dennoch: Was ich hier schreibe, ist nicht g e g e n irgend jemanden geschrieben, weder gegen die SPD noch gegen Diejenigen, welche gern eine ‘kleine, schicke’ Bebauung hätten. Es ist nichts weiter, als der Versuch, die Gegenwart aus der Perspektive der Zukunft zu beleuchten. Jede(r), der sich gegen eine Bebauung eingesetzt hat… oder darauf verzichtete wird sich dafür auch noch in 50 Jahren in den Spiegel schauen können – (wenigstens dafür).
Und Jene, welche die Bebauung wollen (selbst wenn sie ‘klein’ anfängt, wird sie unaufhörlich weitergehen)…jene werden sich damit abfinden müssen, dass sie in der Stadt irgendwann als ‘Unerwünschte Personen’ gelten könnten.
Mich persönlich erschreckt die Kurzfristigkeit im politischen Denken, mir wäre es lieber, wir würden uns vertragen… und auf eine Bebauung vollständig verzichten.

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Mrz/12

29

confronting comfort: ¡ OCCUPY MAUERPARK !

:::::::::::: ¡ VORAB-BITTE NUR DIESE ONLINE-PETITION ZEICHNEN ! ::::::::::::  

Gegen die Bebauung der Erweiterungsflächen des Mauerparks! 10ha Grünfläche mehr! JETZT! – Online Petition

Liebe Freundinnen und Freunde des Mauerparks,

am kommenden Freitag  findet von 17:30 bis 21:30  im BVV-Saal im Rathaus Mitte von Berlin eine Sitzung ORT/DETAILS : IN ENGLISH statt, die für die Frage ob die Mauerpark-Zukunft OHNE Beton sein, und somit Welt-Bürger-Park heißen wird, wegweisend sein WIRD, und zwar gleichgültig ob und was das abgestimmt wird: WICHTIG ist, dass SIE da sind und Gesicht sowie Flyer zeigen, damit das Kalkül NICHT aufgeht, diese Sondersitzung Mauerpark im Stadtentwicklungsausschuss der BVV Mitte unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten, weshalb diese bewusst auf den Abreise-Freitag in die Osterferien gelegt wurde: wieder einmal also geht es beim Mauerpark um’s Ganze!

Zunächst schien es nur um ein hinreichend bekanntes Senats-Basta-Ultimatum von Herr Gaebler zu gehen: „Entweder der Mauerpark wird gar nicht erweitert und wir zahlen die Strafe an die Allianz Umweltstiftung. Oder der Bebauungsplan, der eine Bebauung nördlich des Gleimtunnels vorsieht, wird zu Ende gebracht.“ Anmerkung, um ein verbreitetes Missverständnis auszuräumen: dieser B-Plan I-64 sieht übrigens auch eine massive Bebauung des südlichen Teils des Mauerparks sowie des Eckspielplatzes vor, der ohne Not der öffentlichen Hand entwendet werden soll, ein paar Architektur-Kostproben hier: LINK. Nicht beachtet offenbar soll werden ein bemerkenswerter Vorstoß von Stadtrat Spallek der viele künftige Optionen offen lassen würde LINK: Warum sollen nicht jene 2,3 Millionen Euro die Berlin am Jahresende an die Allianz-Umweltstiftung zu entrichten hat, für den Erwerb von 2 ha Bodenfläche genutzt werden? Warum sollte die durch einen Privatisierungsprozess zum Mauerpark-Eigentümer gewordene CA-Immo (vormals Vivico Real Estate) auf ein solches Angebot eingehen? nun vielleicht weil sie es ernster mit ihrer Corporate Social Responsibility nimmt als manche für möglich halten? Wir verlangen als SteuerzahlerInnen, trotz und gerade wegen der ESM-Ära, dass mit unserem Geld verantwortlich umgegangen wird: wir fordern Politik und Verwaltung auf, die rechtlichen Möglichkeiten zu ergründen – denn die BürgerInnen haben schon zuviel subsidiäre Selbstausbeutung, falsche Bürgerbeteiligung, als Entlastung eines eines lethargischen, desinteressierten Beamten-Apparats betrieben – um dem Eigentümer ein Angebot zum zumindest teilweisen Freikauf des Mauerparks zu unterbreiten: vielleicht kommt dann auch die Allianz-Umweltstiftung wieder zur Besinnung (wortwörtlich) und es könnten so die Rahmenbedingungen für ein langfristiges, erfolgversprechendes Wirken der Welt-Bürger-Park-Stiftung für den Großen Mauerpark hergestellt werden.

Nichts von solchem Geist war auf einer Sondersitzung der Mitte-Grünen zu erleben, die ich am Dienstag die Gelegenheit hatte für BIN-Berlin zu beobachten: mit 24:2 Stimmen Stimmen wurde trotz der warnenden Stimmen von Antje Kapek, der grünen stadtentwicklungspolitischen Sprecherin im Berliner Abgeordnetenhaus, Andreas Otto und Daniela Billig -ohne Not- das „grüne“ Ja für die Bebauung des Mauerparks beschlossen: Ahnlichkeiten mit dem alte Gothe-Kuhhandel Fläche gegen Baurecht, den dieser mittels vorgetäuschter Bürgerbeteiligung erzwingen wollte, sind nicht zu leugnen: kurioserweise berief sich Frank Bertermann hier auf Ephraim Gothes Instrument „Bürgerwerkstatt“, obwohl er an dem ehemaligen Stadtrat ansonsten kein gutes Haar ließ. Zur Erinnerung an die Groteske des Untergangs der „Gothe-Werkstatt 21“ ein paar LINKS . Die Bedingung für deren Wiederauferstehung, die das grüne Papier ja fordert, hat schon vor kurzem Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt formuliert als ein „back to roots“ formuliert: „Diese zuletzt erstellten Pläne[ohne klare Aussage zur Nordbebauung] entsprechen nicht den Vorgaben des Senats und damit auch nicht der eigentlichen Aufgabe der BürgerwerkstattLINK

Andreas Otto und Daniela Billig, die vor solchen Beschlüssen warnten sind Pankow-Grüne, wie die MitstreiterInnen mit denen ich noch am Sonntag gemeinsam mit Leuten von der Weltbürgerpark-Stiftung und BIN-Berlin im Mauerpark um Stimmen und Unterschriften GEGEN die Bebauung warb. Die Grüne Bezirksverordnete Jenny Neubert, von mir auf diese bedrückende Situation angesprochen antwortete siegessicher mir Bezug auf die Pankower-Bündnis-Grünen: „die werden sich schon auf uns zu bewegen Eine drohende Zerreißprobe für die Grünen konnte sie nicht erkennen: Wir in den Initiativen werden diese Prognose im Auge behalten.

Viel wäre über diese Sitzung zu berichten: von der Unkenntnis der Rolle der Mitte-Grünen in der jüngsten Mauerpark-Geschichte LINKS, von erschreckender Ahnungslosigkeit über die angeblich drohenden „Schwerindustrie“ auf dem Weddinger Mauerpark , dann doch nur diese Miniatur:  Bei den Bezirksverordneten kam die Idee auf , doch wenigstens für den Gleimtunnel eine Bestandsgarantie auszusprechen: raffiniert gelenkt von Frank Bertermann, der ja genau um die Bedeutung dieses Baudenkmal für die Zuwegung weiß, wurde der Passus der den „Erhalt aller vorhandenen historischen Elemente einschließlich des denkmalgeschützten Gleimtunnels“ forderte, dann wieder gestrichen. Dass es den mal gab ,dokumentiert nur dieser zufälliger Schnappschuss: LINK  – was dahinter steckte liegt auf der Hand:

denn das wichtigste über diese Sitzung wurde  erst in ihrem Nachklang klar: dieser diffuse Mauerpark-Beschluss LINK  geht offenbar aus intransparent geführten Rot-Grünen Geheimgesprächen hervor, von denen vielleicht nicht alle der 24 Grünen Bezirksverordneten wussten, die dafür gestimmt haben, -vielleicht wollen sie es uns noch mitteilen?- : Die Antwort auf die Haupfrage, die das merkwürdige Papier hinterlässt: wo kommen denn die Ankaufsmillionen für die Weddinger Mauerpark-Flächen südlich des Gleimtunnels plötzlich her? wird ganz nonchalant am 28.März 2008  abends auf zwei NICHT-GRÜNEN weblogs verlautbart „Große Mauerparkerweiterung ist möglich – jetzt !“ weil : „Überraschend hatte in den letzten Wochen der Staatssekretär des Stadtentwicklungsressorts, Christian Gaebler, einen Teilflächenankauf in Höhe von 2 Millionen Euro in Aussicht gestellt.“ verbreiten SPD-Mann Prof.Rainer Krüger und „Freund des Mauerparks“ Alexander Puell die frohe Kunde des SPD-Mannes Gaebler der sein Basta nun offenbar modifiziert hat, und das über die Seinen, Bürgerwerkstatt-Organ und FdM-website ventilieren lässt . Von den gewerblichen Kaufinteressenten im Süden war ja schon Tags zuvor bei den Grünen zu erfahren, die Restmillionen materialisieren plötzlich auch aus dem Landeshaushalt und schwupp ist der Süden bezahlt.

Nur dumm, wie bringen wir die noch 4-5 fehlenden Restmillionen  für den Norden herbei? Na klar DURCH MAUERPARK-BEBAUUNG ! die ist natürlich sozial und genau das was der rote Wedding will, usw. – bitte lesen Sie die peinliche Heuchelei selbst nach – ein genossenschaftliches Riesenprojekt für das rot-grüne Großbürgertum, dass sich nun endlich seinen Traum von der heilen Insel mitten in der Metropole  erfüllen kann, soll da also hingeklotzt werden, ganz in Geist und Stil des eskapistischen moeckernkiez -Projektes.

Hoffentlich sind die FreundInnen von der WeltBürgerPark Stiftung nun im Stande aus dem neuen Millionensegen die richtigen Forderungen zu formulieren.

Sicher wäre es nach diesen Erkenntnissen unklug sich auf  jene zu verlassen, die vergeblich aufgefordert wurden uns politisch zu repräsentieren und das haben die BürgerInitiativen und initiativen BürgerInnen in den nun fast zwei Jahrzenten des Kampfes um den Mauerpark auch nie getan, denn sonst stünde an seiner statt ein Autobahnzubringer oder ein antisozialer MegaMarthashof. Jene haben sich, nicht nur in dieser Konfrontation, selbst ermächtigt, die Sache die sie angeht, in die Hand zu nehmen und zu Ihrer eigenen zu machen und sie haben erlebt, dass wenn jemand dieses „Mein ist der Helm und mir gehört er zu.“ wagt auszusprechen, sich schnell jemand mit der Antwort „was fällt dem ein“ findet;  proaktiv die Sache ergreifen – wer zum Reagieren gezwungen wird, hat fast schon verloren: genauso lief der Start der erfolgreichen „BürgerInitiative Mauerpark fertigstellen – Park ohne Mauern!, oder ein paar Jahre zuvor die Aktion „Landnahme„,die mit den Worten „Wir Bürger nehmen das Land in Besitz, das uns seit vielen Jahren als Park versprochen ist.“ diesen Geist formulierte,  um nur zwei zu nennen.  Aus diesem Geist formuliert BIN-Berlin auch sein Selbstverständis LINK und aus diesem Geist sind sind die vernetzten Initiativen in der Lage, die großen Demonstrationen, wie die vom 14.November 2009 zu organisieren, oder Aktionen wie 2010 Einspruch Herr Gothe aus der fast 3000 Einsprüche gegen 1-64 hervorgingen, oder auch Konfrontationen mit Politikern wie Ralf Wieland von der SPD am 23. Juni 2008 zu gestalten ; in einer fundamental veränderten medialen Landschaft konnte BIN sich zuletzt sich neue Möglichkeiten erschließen: „Bürgerinitiativen, Ad-hoc-Bewegungen und Teile der digitalen Netzgemeinde ergänzen mit ihrem Engagement, aber auch mit ihrem Protest die parlamentarische Demokratie und gleichen Mängel aus.“ der Hinweis des Bundespräsidenten Gauck ist für uns durchaus nicht neu LINK .

Nichts anderes als jener Geist aber ist AUCH das innere Movens der weltweiten Occupy-Bewegung: vielleicht wäre ja ¡ OCCUPY MAUERPARK ! der richtige Slogan (nicht von ungefähr mit spanischem ¡)  für eine neuen Bewegungsimpuls , der von allen getragen wird, die sich den Großen Mauerpark ohne Beton wünschen, egal ob die nun Krawatte tragen oder dreadlocks, oder gerne auch beides (oder gar den Bugaboo aus dem Marthashof rollen?).

Aber gehören zu Occupy gehört nicht Zelte und so, wie es uns das legendäre „dreckige Dutzend“ vom Bundespressestrand so unnachahmlich demonstriert hat? So eine mongolische Jurte stand ja schonmal vor Ort: nun könnte doch da etwas ganz anderes landen: das BMW-Guggenheim-Lab READER : verschont doch die Leute vom Teute und den Pfefferberg, wo in Zukunft ja sogar Ai Weiwei wirken wird. Diese Frage an die Leute in den hier unterzeichnenden Initiativen möchte ich stellen: könntet Ihr Euch dieses Ding nicht im Mauerpark vorstellen, wo es kaum gentrifizierende Effekte haben wird, uns allen aber DAS Forum geben könnte  die Fragen, die uns angehen radikal in der Öffentlichkeit zu stellen: Was bedeutet Eigentum an Grund und Boden zu haben, auch in der Landwirtschaft, wie kommt man dazu? Soll Wohneigentum als Spekulationsobjekt dienen, und wer hat ein Interesse daran, dass es nun mal so ist und wie war das mit der Immobilienblase? hat die was mit der gegenwärtigen Krise der wachstumsorientierten Weltwirtschaft zu tun, gibt es ein BGE ohne ESM ,was ist der Dritte Weg und an welchem 18.März ist der gescheitert, wohin führt ein „weiter so“ wenn man vor dem Abgrund steht und hat das nicht auch was mit nachhaltiger Stadtentwicklung zu tun und interessiert es uns, dass das in China vielleicht nicht so viele interessiert und ist das überhaupt so (hallo Ai Weiwei)? UND: inwiefern ist der Mauerpark eine Immobilie  nur weil er nicht weglaufen kann?

Wäre das nicht der angemessene Horizont für den von uns gewollten runden Tisch mit allen Mauerpark-Stakeholdern über Lösungen wie Flächentausch zu sprechen, fernab der Basta-Alternativlosigkeiten im Lab-Kubus an diesem magischen, einzigartigen Kultur-Ort Mauerpark, der nun dem visionslosen Pragmatismus geopfert werden soll, nur eine gigantische Fortsetzung dessen, was Kultur und Klubs in Pankow und Mitte, aktuell dem Tacheles , schon seit langem angetan wird? Da müssten wir noch nichtmal zusammenlegen um dem Professor Lange sein Ticket Hamburg-Berlin zu lösen – er würde sich darum reißen dabei sein zu dürfen!  Lassen wir uns von BMW bezahlten Moderatoren so beeindrucken, darauf zu verzichten das zu versuchen? (à propos – nächste Frage:  was hat denn greenwashing mit dem green new deal zu tun) Wir von BIN-Berlin haben uns eigentlich nie wirklich die Spielregeln von Moderatoren aufzwingen lassen, sondern das Gespräch mit solchen, gesucht – fragt doch einfach mal Martin Seebauer danach, und Frau Junge-Reyer hat uns hier: LINK  auch nicht auf die Bühne gebeten. Keine Angst – unwahrscheinlich ist es, dass diese Herrschaften den Versuch wagen und uns die Chance auf ein solch geistige Konfrontation mit jenen zu eröffnen, aber warum vorauseilend selbst auf solch eine Auseinandersetzung verzichten, auf dieses wahrliche „confronting comfort“: realisieren wir doch die Mehrdeutigkeit dieses Slogans!

Ob mit oder ohne Lab, wir werden alle unsere ganze Geistesgegenwart aufbringen müssen um dem Kultur-Ort Mauerpark eine langfristige Entwicklungschance einzuräumen. Der einst grüne Wahlspruch „wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt sondern von unseren Kindern geliehen“ ist nirgends aktueller als im Mauerpark, dem künftigen Welt-Bürger-Park: einmal versiegelt ist die kostbare Erde vielleicht für Jahrhunderte begraben, was machen ein paar Jahre aus an denen Frau Pop noch  nicht über ein paar Quadratmeter Rasen mehr flanieren kann – in 10 Jahren, gibt es Berechnungen, wäre der Mauerpark reif für UNESCO-Gelder . Wenig Orte sind vorstellbar an denen solche Mittel angebrachter wären:

¡ WERDEN SIE BIS DAHIN WELT-BÜRGER-PARK-SCHÜTZER !

vielleicht hat dieses Wort zum Mauerpark, mit dem ich nun schließen möchte, von Alt-Senator Dr. Volker Hassemer , einem der Stiftungsräte der Mauerpark Stiftung Welt-Bürger-Park, das er im dritten Teil der Mauerpark-Doku „Another Break in The Wall – Aufbrüche im Mauerpark von Miriam Häusler ausspricht, etwas zu tun damit :

 

„Ich stimme der Stiftung zu, dass man an dieser Stelle des Mauerparks, wenn irgend möglich, Kompromisse nicht machen sollte.“

“ besondere Orte führen auch zu besonderen Problemen und man muss sich mit diesen besonderen Problemen auseinandersetzen. Besondere Orte sind auch manchmal besonders teuer, verlangen besondere Aufwände im weitesten Sinne, finanzielle aber auch andere Aufwände, aber sie lohnen sich, weil sie für das was Berlin oder eine Metropole, eine große Stadt bedeutet, besondere Beiträge leisten. Und es geht halt nicht, dass man sagt, man will die besondere Wirkung dieser Orte gewissermaßen kassieren, man will sie haben, und man will die damit verbundenen Aufwände vergessen.“

 

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